Abbruch
Fachtagung Abbruch 2026
Am 13. März 2026 veranstaltete die DA Service GmbH erneut für den Deutschen Abbruchverband e. V. (DA) die Fachtagung Abbruch in der Station Berlin. Im Vortragsprogramm ging es u. a. um Kreislaufwirtschaft, Asbest, herausfordernde Großprojekte im Kraftwerksrückbau sowie um den Einsatz von KI beim Abbruch und Rückbau.
Im ehemaligen Postbahnhof der Station Berlin trafen sich mehr als 1.300 Teilnehmende und 125 Aussteller zur größten Veranstaltung Europas im Bereich Abbruch und Rückbau.
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Eingestimmt auf die Herausforderungen der Branche
In seiner Keynote „Unternehmen in 2035 – Wertewandel in Führung und Arbeitswelten“ gab Zukunftsforscher, Unternehmer und Autor Sven Gábor Jánszky interessante Denkanstöße und ermunterte das Publikum, keine Angst vor der KI und der Zukunft zu haben, sondern die Chancen neuer Technologien zu sehen. Danach ging es inhaltlich in die Praxis. Zwölf Vorträge zeigten die Themenvielfalt im Bereich Abbruchtechnik, Recycling, Entsorgung, Asbest usw. Moderiert wurde die Tagung erneut von Kristina zur Mühlen.
Rückbau bei laufendem Betrieb
Wie unterschiedlich die Herausforderungen bei Projekten sind, die bei laufendem Betrieb durchgeführt werden, zeigten die Vorträge über den Rückbau eines Montagegebäudes von Mercedes-Benz in Sindelfingen und des Autobahn-Knotenpunktes Mönchhof-Dreieck. Peter Mues von der AWR Abbruch GmbH berichtete u. a. über die Herausforderungen des Materialmanagements am Produktionsstandort in Sindelfingen. Für den Rückbau des Mönchhof-Dreiecks bei laufendem Autobahnbetrieb wurde vor Start des konventionellen Abbruchs ein Traggerüst eingeschoben, das den Spannbetonüberbau statisch stützte und gleichzeitig die darunterliegenden Autobahnen schützte. Thomas Holzheu und Thomas Rieder von der Max Wild GmbH zeigten, wie dabei der Überbau mit 20 Hydraulikpressen angehoben wurde.
Umgang mit Asbest
Thomas Wellmann (ERM GmbH) und Markus Brilon (RWE Nuclear GmbH) stellten vor, wie sie mit asbesthaltigen Bauteilen (vor allem Abstandshaltern) im Rahmen der Sanierung und Entsorgung beim Rückbau des ehemaligen Kernkraftwerks Biblis umgegangen sind. Teilweise wurden eigene Verfahren entwickelt, um den Anforderungen der TRGS 519 zu entsprechen.
Das Thema Asbest im Gebäuderückbau griff auch Berit Schuchmann von der BG BAU in ihrem Vortrag auf und ging vor allem auch auf die Genehmigungspflicht für Abbrucharbeiten im niedrigen und mittleren Risikobereich sowie die Erweiterung der Anzeige- und Nachweispflichten durch die geänderte Gefahrstoffverordnung ein.
Berit Schuchmann von der BG BAU spricht über Asbest im Gebäuderückbau.
KI bei der Analyse und Bewertung mineralischer Bauabfälle
Wie KI bei der Analyse mineralischer Bauabfälle genutzt wird, stellte Hannes Berteit von der Optocycle GmbH vor. Damit Abbruchmaterial tatsächlich wiederverwendet werden kann, müssen genaue Daten zum Material vorliegen. Optocycle nutzt für die Datenanalyse eine multispektrale Videoerfassung kombiniert mit KI-gestützter Auswertung. Dass KI nicht nur bei der Analyse mineralischer Abfälle zur Weiterverwendung hilft, sondern auch bei einer effizienten Bewertung und Klassifizierung unterstützt, stellte Carl Wolfgang Finck von der Mineral Waste Manager GmbH vor. Mithilfe von KI werden Laboranalysen strukturiert und verifiziert und Messwerte mit relevanten Regelwerken abgeglichen.
Abbruch mit und ohne Sprengung
Wie gewohnt stellte der Fachausschuss Sprengtechnik des Deutschen Abbruchverbandes wieder zwei beeindruckende Sprengungen von Mitgliedsunternehmen aus der jüngsten Zeit vor. Im Kraftwerkstandort Scholven wurde am 22. November 2025 das Kesselhaus F mit Treppenturm und LUVO-Anbau gesprengt. Dabei wurden verschiedene Verfahren kombiniert. Die Reisch GmbH berichtete, welche Maßnahmen bei der Teilsprengung eines massiven Luftschutzbunkers am Münchner Hauptbahnhof durchgeführt wurden.
Wiederverwendung als Erlöshebel
Wie Wiederverwendung von Rückbaumaterialien zusätzliche Erlöse und neue Geschäftsmodelle schaffen kann, zeigten Katrin Mees (Deutscher Abbruchverband e. V.) und Christopher Wrociszewski (Concular GmbH). Voraussetzung ist, dass Demontage, Dokumentation, Lagerung und Vermarktung frühzeitig organisiert und zusammengedacht werden.
Katrin Mees vom DA und Christopher Wrociszewski von Concular Fachtagung Abbruch 2026
Wegen sensibler Technik in unmittelbarer Nähe war für den Rückbau eines 53 m hohen Kühlturms in Berlin-Lichterfelde eine Sprengung ausgeschlossen. Philipp Bunde (sat. Industrie-Abbruch GmbH) erläuterte, wie der Turm abschnittsweise und kontrolliert mit einem Seilbagger abgebrochen wurde.
Nachhaltigkeit und Arbeitssicherheit beim Rückbau
Um Emissionen und Transporte zu reduzieren, setzen David Porst (MMRHP Metzner Recycling GmbH) und Peter Bauer (Volvo CE Germany GmbH) bei einem Pilotprojekt auf einen vollelektrischer Gebäuderückbau. Obwohl dieser noch Optimierungsbedarf hinsichtlich der Planung von Ladequellen und Ladezeiten hat, kann er wegen der geringen Emissionen vor allem im innerstädtischen Bereich eine Alternative sein.
Plattform zum Informieren und zum Austauschen
Die begleitende Fachausstellung sowie der abschließende Dialogabend boten ausreichend Gelegenheit zum Networking.
Auch die BG BAU war wieder mit einem Stand vertreten und informierte nicht nur zu den Branchenregeln Abbruch, sondern auch über die geänderten Regeln beim Umgang mit Asbest.
Die nächste Fachtagung Abbruch findet am 5. März 2027 statt.
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