32. ISSA Construction Conference
Unter dem Leitthema „Vom Risiko zur Resilienz: Vision Zero mit KI und nachhaltigem Bauen erreichen“ veranstaltete die Internationale Sektion der IVSS für Prävention in der Bauwirtschaft (ISSA Construction) vom 2. bis 3. Juli 2026 in Limassol (Zypern) die 32. ISSA-Baukonferenz.
Die Stärkung der Arbeitssicherheit und des Gesundheitsschutzes, die Förderung von Vision Zero und die verantwortungsvolle Integration neuer Technologien wie KI sind unerlässlich, um Bauumgebungen zu schaffen, die sicher, nachhaltig und zukunftsfähig sind. Wie man diesen Ansatz in der Präventionsarbeit umsetzen und Vision Zero – eine Welt ohne Unfälle – erreichen kann, stand im Fokus der zweitägigen Konferenz.
Eröffnungssitzung
Die Eröffnungssitzung am Vormittag des 2. Juli 2026 wurde von Dr. Sven Timm von der DGUV moderiert. Nach der Eröffnung durch Prof. Karl-Heinz Noetel, Präsident der ISSA Construction, sprachen u. a. Michael Kirsch, Hauptgeschäftsführer der BG BAU, und die beiden Co-Organisatoren Evangelitsa Tsoulofta und Kyriakos Tsioupanis.
IVSS
Die Internationale Vereinigung für Soziale Sicherheit (IVSS) – engl.: International Social Security Association (ISSA) – ist die weltweit führende internationale Organisation für Institutionen, Regierungsstellen und Behörden, die sich mit der sozialen Sicherheit befassen. Sie wurde 1927 unter Federführung der Internationalen Arbeitsorganisation gegründet und hat heute rund 340 Mitgliedsinstitutionen aus über 190 Ländern und Territorien, die in 14 unterschiedlichen Sektionen organisiert sind.
IVSS Sektion Bau
Eine der 14 Sektionen ist die „Internationale Sektion für Prävention in der Bauwirtschaft“ (ISSA Construction), die 1968 gegründet wurde. Gemeinsam verfolgen die 26 Mitglieder der Sektion Bau das Ziel, Unfälle und Berufskrankheiten auf Baustellen zu verhindern. Die BG BAU ist Mitglied der IVSS Sektion Bau. Aktuell hält sie die Präsidentschaft der Sektion und ist für das Generalsekretariat verantwortlich.
Die als Videobotschaft übertragene Grundsatzrede von Dr. Mohammed Azman, Präsident der IVSS, im Rahmen der Eröffnungssitzung hob die zentrale Rolle der Sozialversicherungssysteme bei der Förderung von Prävention, Resilienz und nachhaltiger Arbeitsgestaltung hervor.
Im Rahmen der Plenarsitzungen und Fachvorträge sowie der sechs thematischen Fachforen tauschten sich die Teilnehmenden zu aktuellen Entwicklungen in den Bereichen Arbeitsschutzinnovation, Digitalisierung, KI, Kompetenzentwicklung, nachhaltiges Bauen und Management von Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit aus. Vorgestellt wurden u. a. digitale Werkzeuge zur Gefährdungsbeurteilung, KI-gestützte Risikobewertungen, intelligente Schutzsysteme, neue Schulungs- und Qualifizierungskonzepte sowie innovative Ansätze zur Prävention von Hitzebelastungen, Absturzunfällen, Lärmschäden und anderen arbeitsbedingten Risiken.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Auswirkungen des Klimawandels und der Notwendigkeit klimaresilienter Infrastruktur. Die Vorträge verdeutlichten, dass Nachhaltigkeit, Umweltverantwortung und Arbeitsschutz zunehmend gemeinsam betrachtet werden müssen.
Die abschließenden Plenarsitzungen fassten die wichtigsten Erkenntnisse der Fachforen zusammen und diskutierten intelligente Lösungen für die sichere Gestaltung zukünftiger Arbeitswelten. Besonderes Augenmerk galt dabei der Einführung von Arbeits- und Identitätskarten als Instrument zur Verbesserung von Arbeitsschutz, Qualifikationsnachweisen und Transparenz in der Bauwirtschaft.
Mit der Verabschiedung der „Erklärung von Zypern“ setzte die Konferenz ein deutliches Zeichen für die weitere internationale Zusammenarbeit. Die Erklärung bekräftigt das gemeinsame Ziel, Vision Zero in konkrete Maßnahmen umzusetzen und weltweit sicherere, nachhaltigere und widerstandsfähigere Baustellen zu schaffen.
Mehr Informationen zum Programm und zu den Teilnehmenden gibt es online auf der Website zur Konferenz.
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