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Beschäftigte mit Bauhelm vor einem Hochhaus.
Bild: ZoomTeam - stock.adobe.com

Digitalisierung

Start des Projekts Data Build

Der Bausektor ist mit erheblichen strukturellen und arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen wie Schwarzarbeit, Scheinselbstständigkeit, komplexen Subunternehmerketten, Fachkräftemangel, alternde Belegschaften und hohe Unfallraten konfrontiert. Um diese anzugehen und Rahmenbedingungen zu verbessern, will das neue EU-Projekt „Data Build“ die datengestützte Politikgestaltung im Bausektor stärken.
 

Eine Gruppe von zehn Personen steht im Halbkreis in einem Sitzungsraum.
Bild: Projekt Data Build


Das Projekt wird von der Europäischen Kommission im Rahmen des Programms „Social Prerogative and Specific Competencies Lines“ (SOCPL) finanziert und bringt Sozialpartner, paritätische Institutionen und Ausbildungsorganisationen aus fünf EU-Ländern (Belgien, Bulgarien, Deutschland, Italien und Slowenien) zusammen. Im Fokus des Projekts steht die Stärkung der Rolle von Daten bei der Gestaltung der Arbeitspolitik und sektoraler Strategien. Konkret geht es darum, zu ermitteln, wie sich mithilfe von Daten und digitalen Instrumenten die Arbeitsbedingungen, die Kompetenzentwicklung sowie die Sicherheit und der Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz verbessern lassen.
 

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Überblick über die Projektinhalte 

Durch eine Kombination aus analytischer Arbeit, Fallstudien und Aktivitäten zum gegenseitigen Lernen entwickelt Data Build neue Indikatoren zur Überwachung von Löhnen und Arbeitsbedingungen, bewertet innovative Instrumente zur Abstimmung von Arbeitsnachfrage und Qualifikationsangeboten und evaluiert digitale Lösungen, die auf Baustellen eingesetzt werden. Dazu gehören Technologien für Zugangskontrolle, Risikoerkennung und Unfallverhütung, die sicherere und effizientere Arbeitsplätze unterstützen.
 

Die BG BAU als Projektpartner 

Die BG BAU ist deutscher Partner in diesem Projekt1 und an mehreren Arbeitspaketen beteiligt. Dazu gehören die Analyse von Fallstudien zum Einsatz digitaler Instrumente zur Verbesserung des Arbeitsschutzes auf Baustellen sowie die Auswertung von Mikrodaten zu Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten im Bausektor. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Analyse innovativer Ausbildungsansätze, sowohl beim Einsatz datenbasierter und digitaler Instrumente in der Ausbildung selbst als auch bei der Förderung digitaler Werkzeuge in der Bauausführung. Darüber hinaus entwickelt und bewertet die BG BAU gemeinsam mit den Projektpartnern Maßnahmen zur Verbesserung der Baustellen-Zugangskontrolle für Personen, Maschinen und Materialien sowie Ansätze zur Erhöhung des Arbeitsschutzes, etwa durch die Überwachung tatsächlicher Aktivitäten, Kollisionsrisiken und die Automatisierung risikobehafteter Tätigkeiten mittels Sensorik und Robotik. Essenziell ist die Mitarbeit an den Konzepten der Predictive Prevention (Prädiktive Prävention).
 

Beschäftigte mit Bauhelm vor einem Hochhaus.
Bild: ZoomTeam - stock.adobe.com

 

Prädiktive Prävention 

Prädiktive Prävention nutzt KI zur frühzeitigen Erkennung potenzieller Risiken auf Baustellen und in Betrieben auf Basis umfassender Datenanalysen. Ziel ist es, Gefährdungen automatisiert frühzeitig zu erkennen, präventive Maßnahmen rechtzeitig abzuleiten und so Unfälle sowie Schäden proaktiv zu vermeiden. Die zugrunde liegende Architektur umfasst Datenerfassung, einen Data Hub zur Integration, Standardisierung und Anonymisierung von Daten, KI-Analysen sowie Interventionen. Ziel ist die theoretische Vorbereitung einer möglichen Nutzung von KI-Standardsoftware.
 

grünes WhatsApp-Logo
Bild: SANALRENK / Getty Images

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Projektzeitraum 

Das Projekt dauert von 2026 bis 2028. Die Kick-Off-Veranstaltung fand am 16. April 2026 in Rom statt. Hier wurden die ersten Schritte und Maßnahmen abgestimmt.
 

Runder Sitzungssaal mit vereinzelt sitzenden Personen.
Bild: Projekt Data Build
Fußnoten
1
Ansprechpartner der BG BAU im Projekt „Data Build“: Dipl.-Ing. Bernd Merz
Autor

Dipl.-Ing. Bernd Merz

Referent Internationales/
BG BAU Prävention

Ausgabe

BauPortal 2|2026