Zukunft des Bauens

Start-up-Lösungen für die Baubranche

Grafische Darstellung einer Platine mit verschiedenen Icons
Bildquelle: BG BAU

 

„ConBotics“

Gefördert vom Berliner Senat und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi)/Exist-Gründerstipendium entsteht derzeit am Centre for Entrepreneurship (CfE) der TU Berlin der Prototyp eines Roboters, der das Malerhandwerk revolutionieren könnte: „ConBotics“ ist ein mobiler Malerroboter für die Oberflächenbeschichtung in Innenräumen.

Zweimal schneller und mit höherer Qualität als im manuellen Prozess sprüht das Gerät selbstständig Großraumflächen im Innenbereich. Dank kontinuierlicher Arbeitsweise, hoher Genauigkeit und optimiertem Farbauftrag entsteht ein höherwertiges Spritzbild als in Handarbeit. Der Malerroboter ist besonders geeignet für hohe Großräume mit monotonen Flächen, z. B. Bürokomplexe und Tiefgaragen.

 

Für die Praxis optimiert

Nach Anpassung an die konkrete Baustelle orientiert der Roboter sich mittels 3-D-Laser-Scanner selbstständig in der Umgebung: Fenster, Türen und weitere Baudaten werden in der Robotersteuerung berücksichtigt. Der Farbauftrag an Wänden und Decken erfolgt mit der Airless-Farbspritztechnik. Der Roboterarm ist menschlicher Bewegung nachempfunden. Lange Akku-Laufzeit und abnehmbarer Farbtank machen das Gerät praxistauglich.

 

Technische Eigenschaften

Maße (B × H × T): 600 × 1.900 × 800 mm
Gewicht: ca. 130 kg (+ Farbe)
Energieverbrauch: 0,9 kW
Farbverbrauch: 16 l/h ≈ 25 kg/h
Akku-Laufzeit: 8 Stunden

„ConBotics“ wirkt Fachkräftemangel im Malerhandwerk entgegen und beschichtet Oberflächen effizient und kostensparend: Aufträge werden mit 80 % weniger Personal erledigt als in manueller Arbeit. Im Herbst 2021 soll der Prototyp fertiggestellt sein. Das Entwickler-Team um Philipp Heyne, David Franke, Cristian Amaya Gómez und Mentor Prof. Dr.-Ing. Henning Jürgen Meyer möchte das Gerät im Leasing anbieten und ist momentan auf der Suche nach Pilot- und Partnerfirmen.

Weitere Infos unter: ConBotics/Centre for Entrepreneurship https://conbotics.com/

 

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Bildquelle: BG BAU

 

„VINYA“

Die Lernplattform „VINYA“ bietet interaktive E-Learning-Kurse und automatisiert Mitarbeiterunterweisungen durch Teilnehmenden-Management, Terminverwaltung und revisionssichere Dokumentation. Speziell für KMU ist sie eine Alternative zu Präsenzschulungen oder teuren Lern-Management-Systemen.

Die cloudbasierte Software bietet bereits zwei Kurse mit gesetzlich vorgeschriebenen Pflichtunterweisungen zum Arbeitsschutz.

 

Schult gezielt

Egal ob Erstunterweisung im Arbeitsschutz für neue Beschäftigte oder jährliche Sicherheitsunterweisung: Unternehmensleitungen planen Kurse, indem sie Beschäftigte gruppieren und ihnen Lerninhalte zuweisen (z. B. laut Gefährdungsbeurteilung: „Umgang mit Hubarbeitsbühnen“). Kurs-Einladungen und Vorab-Erinnerungen an Mitarbeitende versendet „VINYA“ automatisch per E-Mail.

Erworbenes Wissen wird im Abschlusstest mittels Multiple-Choice- bzw. spielerischer Elemente abgefragt. Auch Erklärvideos (animierte Trickgrafiken) werden genutzt. Neben vorproduzierten Standards können unternehmensspezifische Videos erstellt werden: Dies lässt freie Hand für Konzeption, Text und Länge der Filme. Für Kurse auf Wunsch kann der Preis günstiger sein als bei sonst üblichen Erstellungskosten von 5.000 bis 10.000 Euro je 30-Minuten-Schulung.

 

Geprüfte Kurse: Zulassung, Preise

„VINYA“-Kurse werden u. a. von externen Sicherheitsbeauftragten geprüft und zum Zulassungsaudit vorbereitet (nach ISO-Norm oder DGUV). Ein DGUV-Arbeitsschutzkurs soll ab 2022 verfügbar sein. Die monatliche „VINYA“-Lizenzgebühr ist gestaffelt nach der Anzahl der geschulten Beschäftigten. Einzelkurse oder ein Bundle von Standardkursen können gebucht sowie bestehende Kurse angepasst werden, z. B. indem das Unternehmen Bestandteile aus dem Firmen-Intranet hinzufügt.

 

Teilnahme und Abschluss

Mitarbeitende können sich weiterbilden, wann und wo sie wollen – per Handy, Tablet oder PC. Laufende und abgeschlossene Kurse sehen sie in ihrem Kursüberblick. Sind sie im Verzug, werden überfällige Termine im „Dashboard“ markiert (ggf. drei Tage später auch bei Vorgesetzten, die den Stand der Abschlüsse ebenfalls sehen). Darüber hinaus findet kein Tracking der Nutzungspfade statt; „VINYA“ arbeitet Datenschutz-konform. Kursabschlüsse werden per PDF-Teilnahmebestätigung dokumentiert.

Weitere Infos unter: VINYA E-Learning GmbH, vinya.io

 

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Ausgabe

BauPortal 3|2021