Studie zur Dekarbonisierung von Zement und Beton

Titelbild der Studie "Dekarbonisierung von Zement und Beton - Minderungspfade und Handlungsstrategien"
Studie "Dekarbonisierung von Zement und Beton - Minderungspfade und Handlungsstrategien"
Bildquelle: VDZ


Angesichts des globalen Klimawandels gilt es, die Treibhausgasemissionen weltweit innerhalb weniger Jahrzehnte drastisch zu reduzieren. Auch die Zementindustrie steht dabei im Fokus. Wie diese Transformation bis 2050 gelingen kann, zeigt die neue Studie „Dekarbonisierung von Zement und Beton – Minderungspfade und Handlungsstrategien“ des VDZ.
 

Seit 1990 konnten die CO₂-Emissionen, die von der deutschen Zementindustrie verursacht werden, bereits um etwa ein Viertel reduziert werden. Bei der weiteren CO₂-Minderung stößt die Zementindustrie jedoch zunehmend an Grenzen. Das liegt besonders an den prozessbedingten Emissionen der Klinkerherstellung, die mit heute verfügbarer Technik nicht minderbar sind, wie der Verein Deutscher Zementwerke e. V. (VDZ) in einer aktuellen Studie erklärt. 
 

Von konventionellen Minderungsmaßnahmen zur Klimaneutralität

Anhand von zwei Dekarbonisierungspfaden zeigt die Studie, welche CO₂-Einsparungen entlang der Wertschöpfungskette von Zement und Beton bis zum Jahr 2050 erreicht werden können. Mit konventionellen Minderungsmaßnahmen würde es bis 2050 gelingen, die CO₂-Emissionen um 36 % gegenüber 2019 zu verringern (– 50 % gegenüber 1990). Insofern müssen für eine volle Klimaneutralität komplett neue Wege in der Herstellung des Zements und seiner Anwendung im Beton gegangen werden. 

Wichtig auf dem Weg zu einer klimaneutralen Betonbauweise sind vor allen Dingen der zunehmend geringere Einsatz von Zementklinker, der zu noch deutlich CO₂-effizienteren Zementen und Betonen führen wird. Für die verbleibenden CO₂-Emissionen, die nicht anders gemindert werden können, stellt laut VDZ die CO₂-Abscheidung aus heutiger Sicht die einzige Lösung dar. Ziel muss es langfristig sein, dieses CO₂ zu nutzen, indem es in andere Stoffe und Produkte umgewandelt wird. Für eine Übergangszeit wird sich aber auch die Frage stellen, in welchem Maße CO₂ nicht auch gespeichert werden kann. 
 

Handlungsfelder

Für eine erfolgreiche Dekarbonisierung bedarf es zunächst eines wirksamen politischen Instrumentenmixes, der international die Wettbewerbsfähigkeit und Technologieführerschaft der deutschen Zementhersteller-Firmen gewährleistet sowie Innovationen und grüne Leitmärkte fördert. 

Aus technischer Sicht kommt zudem dem Aufbau und Betrieb der notwendigen Infrastruktur eine große Bedeutung zu – etwa für eine flächendeckende Versorgung mit erneuerbarem Strom oder den Transport von CO₂ und Wasserstoff. 

Für eine CO₂-Minderung ist laut VDZ ein ganzheitlicher Ansatz wichtig, der die gesamte Wertschöpfungskette am Bau einschließt.

 

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BauPortal 1|2021