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Die 15,3 m hohen Wände mussten zum Teil in Sichtbetonqualität ausgeführt werden.
Neubau von Universitätseinrichtungen im Olympiapark München | Bild: NOE Schaltechnik

Schalungstechnik

Besondere Schalungen für Kletterhalle und Audimax

Die Fakultät für Sport- und Gesundheitswissenschaften und der Zentrale Hochschulsport der Technischen Universität München nutzten Gebäude, die vor knapp 40 Jahren errichtet worden waren. Da diese nicht mehr den aktuellen Ansprüchen entsprachen, wurden umfassende Baumaßnahmen in die Wege geleitet. Hierzu gehört die Erstellung eines großen Baukörpers, in dem unter anderem verschiedene Räume für Forschung und Lehre vereinigt sind. In diesem Zusammenhang wurde eine Kletterhalle mit 15,3 m Höhe gebaut, deren Stahlbetonwände zum Teil in Sichtbetonqualität ausgeführt werden sollten.

An einigen Stellen waren die zu betonierenden Wände 15,3 m hoch.
An einigen Stellen waren die zu betonierenden Wände 15,3 m hoch.
Bild: NOE Schaltechnik

Die geplante Baumaßnahme umfasst drei Bauabschnitte. Im ersten Abschnitt wurden Sicherungsmaßnahmen durchgeführt, einige Gebäude abgerissen und Rettungswege geschaffen. Im zweiten und dritten werden unter anderem neue Sporthallen, eine Mensa, eine Bibliothek und Hörsäle sowie Institutsräume für Forschung und Lehre gebaut. Mit den entsprechenden Aufgaben wurde die Firma Grossmann Bau beauftragt, die seit Jahren mit den Systemen der NOE-Schaltechnik arbeitet und auch für dieses Bauvorhaben darauf zurückgriff.

Umsetzung der architektonischen Vorgaben

Der Entwurf der Architekturbüros Dietrich Untertrifaller und Balliana Schubert sieht im zweiten Bauabschnitt einen gigantischen Neubau mit sechs Innenhöfen vor, der vor allem aus Holz und Glas besteht und an einigen Stellen Sichtbeton aufweist. Einen wesentlichen Beitrag zum Gelingen dieses Bauabschnitts leistete die Firma Grossmann Bau. Sie übernahm sämtliche Baumeisterarbeiten, d. h., sie war für die Erdarbeiten, die Kanal- und Entwässerungsarbeiten und den Hochbau verantwortlich. Bei den Betonierarbeiten verwendet das Unternehmen schon seit vielen Jahren die Systeme der NOE-Schaltechnik, vor allem das Wandschalungssystem NOEtop. Dank der integrierten Gurtung kann es sowohl als Rahmen- als auch als Trägerschalung verwendet werden. Dabei sind die Spannstellenlagen frei wählbar. Da diese Schalung in verschiedenen Größen angeboten wird, unter anderem in der XXL-Version, war auch der Bau einer fugenlosen Fläche von über 14,00 m² möglich. Bei der Münchner Baustelle kamen vor allem die 2,65 m und 3,31 m hohen Schalungselemente zum Einsatz.

Für den Bau der Wände griff man auf NOE-Schalsysteme, vor allem auf das System NOEtop, zurück. Die Schaltafeln sind mit einer einheitlichen Profilstärke ausgestattet, die Rahmen und Profile innen wie außen sind feuerverzinkt.
Bild: NOE Schaltechnik
Für den Bau der Wände griff man auf NOE-Schalsysteme, vor allem auf das System NOEtop, zurück. Die Schaltafeln sind mit einer einheitlichen Profilstärke ausgestattet, die Rahmen und Profile innen wie außen sind feuerverzinkt.
Bild: NOE Schaltechnik
Die 15,3 m hohen Wände mussten zum Teil in Sichtbetonqualität ausgeführt werden.
Bild: NOE Schaltechnik

15 Meter hoch und in Sichtbetonqualität

Eine der größeren Herausforderungen war die Errichtung der Kletterhalle und des Audimax. Sie haben insgesamt eine Grundfläche von 27 × 33 m und werden von 15,3 m hohen Wänden umrahmt. Diese mussten zum Teil in Sichtbetonqualität SB 3 (= Betonflächen mit hohen gestalterischen Anforderungen) ausgeführt werden. Um die entsprechenden Betonoberflächen erzielen zu können, wurde die NOE-Schalung mit neuer Schalhaut belegt. Obwohl die Schalung bereits bei vielen anderen Baustellen im Einsatz war und dort bei Sichtbetonwänden in ihrer Langlebigkeit überzeugte, wurden die neu belegten Schalungen nur bei den Wänden eingesetzt, bei denen SB 3 gefordert war. So erreichte man das gewünschte optische Ergebnis.

Bei der Kletterhalle verbauten die Mitarbeiter des Bauunternehmens ca. 2.000 m³ Beton und erstellten die 15,3 m hohen Wände in einem Zug. Konkret bedeutet dies, dass sie fast sieben Stunden lang mit einer Steiggeschwindigkeit von 2,4 m/h betonierten. Dabei hatte der Normalbeton eine mittlere Festigkeitsentwicklung (F3) und es wurde kein Verzögerer zugegeben. Verdichtet wurde mithilfe von Außenrüttlern.

Tribünenkonstruktion und Fassaden aus Beton

Neben der Errichtung der Wände für die Kletterhalle war die Firma Grossmann Bau auch mit weiteren Aufgaben betraut. Beispielsweise erstellte sie eine Tribünenkonstruktion für das Audimax mit Betonfertigteilen, baute Sichtbetonfassaden (ebenfalls SB 3) und betonierte weitere massive Innenwände (ebenfalls SB 3). So kam es, dass ca. 1.200 t Bewehrungsstahl und ca. 11.900 m3 Beton verbaut wurden, wobei ca. 1.200 m2 Schalung auf der Baustelle vorrätig waren. Die Betonierarbeiten waren innerhalb von zehn Monaten abgeschlossen – angesichts der Größe des Objekts und der besonderen Herausforderungen eine sehr zügige Leistung. Mit der fristgemäßen Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts sind nun die Wege für den dritten geebnet. Dieser soll bis 2022 – also genau 50 Jahre nach den Olympischen Sommerspielen 1972 – fertiggestellt sein.

Projekt
Rück- und Neubau der Institutsgebäude und Sporthallen, Campus im Olympiapark, 2. Bauabschnitt

Bauherr
Freistaat Bayern

Architektur
Dietrich/Untertrifalle

Baumeisterarbeiten
Grossmann Bau

Schalung
NOE-Schaltechnik
Georg Meyer-Keller GmbH + Co. KG
www.noe.de

Autor

Redaktion BauPortal


Ausgabe

BauPortal 1|2020