Die sicheren Elf: die Interview-Serie zu AMS BAU

Olaf Kaska und Christoph Leschka, Geschäftsführer Leuka Tiefbau
Die Geschäftsführer Olaf Kaska (links) und Christoph Leschka (rechts) haben über den Rudersport zusammengefunden.
Bildquelle: Leuka Tiefbau - Privat
Bildquelle: BG BAU

AMS BAU ist ein branchenspezifisches Arbeitsschutzmanagementsystem (AMS) der BG BAU, das Unternehmen der Bauwirtschaft und baunaher Dienstleistungen in elf Arbeitsschritten strukturiert und ganzheitlich an die Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit heranführt und mit einer freiwilligen Begutachtung nach AMS BAU abschließt. Seit 2019 bietet die BG BAU an, gleichzeitig mit einer AMS-BAU-Begutachtung auch die Anforderungen nach der weltweit geltenden Norm DIN ISO 45001 an ein AMS kostenfrei zu überprüfen. Dies ermöglicht Unternehmen somit auch international den Nachweis ihres AMS, z. B. bei Ausschreibungen und Auftragsvergaben.
 

Zahlreiche Mitgliedsunternehmen der BG BAU haben das Angebot der Begutachtung nach AMS BAU und DIN ISO 45001 bereits genutzt und berichten über ihre Erfahrungen.

Diesmal im Interview:

Olaf Kaska und Christoph Leschka, Geschäftsführer, Leuka Tiefbau


1. Welche Gründe hatten Sie für die Einführung eines Arbeitsschutzmanagementsystems (AMS) in Ihrem Unternehmen?

Wir wollten ein übergreifendes Arbeitsschutzmanagementsystem aufbauen, das Sicherheit für unser Personal in allen Bereichen ermöglicht und Rechtskonformität für unser Unternehmen schafft. Damit verbunden war auch der Wunsch nach einer Verbesserung unserer Unterweisungen. Zudem war es uns wichtig, detaillierte Arbeitssicherheitsunterlagen für die Baustellen zu erstellen.
 



2. Warum haben Sie sich bei der Begutachtung für eine Kombination aus AMS BAU und DIN ISO 45001 entschieden?

Durch die Kombination ist eine bessere Anpassung an unser bestehendes Managementsystems möglich. Darüber hinaus erhöht die kombinierte Begutachtung die Konformität bei Arbeiten in anderen Ländern. Des Weiteren ermöglicht sie es, Anforderungen von Kunden zu erfüllen, die bisher nur mit der DIN ISO 45001 und nicht mit dem BG BAU-Produkt AMS BAU vertraut sind.
 


 

3. Wie haben Ihre Beschäftigten die Einführung von AMS BAU wahrgenommen? Beteiligen sie sich jetzt z. B. mit entsprechenden Verbesserungsvorschlägen?

Die Beschäftigten haben AMS BAU sehr gut angenommen und mittlerweile ist es bei vielen bekannt. Wir hatten vorher schon ein Verbesserungssystem als Teil des Managementsystems, dies wurde jetzt noch durch AMS BAU im Bereich Arbeitssicherheit verstärkt.
 


 

4. Wie hat Ihnen die BG BAU bei der Einführung und Umsetzung von AMS BAU geholfen?

Wir wurden in allen Punkten gut unterstützt, die Voraudits wurden konstruktiv für eine sehr gute Vorbereitung der Begutachtung genutzt. Bei Fragen hatten wir immer eine Ansprechperson, die uns unterstützt hat.
 



5. Wie wurden Sie von der BG BAU zum Aufbau einer geeigneten Organisation, zum Beschaffungsvorgang oder zur Auswahl von Nachunternehmen beraten?

Wir konnten durch die Beratung der BG BAU unseren Beschaffungsvorgang weiter optimieren und vor allem hinsichtlich der verwendeten Persönlichen Schutzausrüstung (PSA) verbessern. Auch im Umgang mit unseren Nachunternehmen sind wir bezüglich des Arbeitsschutzes sensibler geworden und haben unsere Nachunternehmerverträge ergänzt.
 


 

6. Wie wirken sich die durch AMS BAU festgelegten Anforderungen an Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, bei der Beschaffung oder bei der Beauftragung von Nachunternehmern aus?

Durch die Anforderungen von AMS BAU haben wir unsere Nachunternehmen bezüglich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz unterwiesen und konnten somit einen besseren und sicheren Umgang auf der Baustelle schaffen. Unsere Verträge wurde bezüglich der notwendigen Rechtskonformität überarbeitet und angepasst.
 



7. Wie hat Sie die BG BAU bei der Vermeidung oder Verminderung von Gefährdungen unterstützt?

Unser Ziel war und ist, keine Unfälle im Unternehmen zu haben. Durch die BG BAU konnte die Sicht auf bestimmte Gefährdungen geschärft und unsere bereits bestehenden Systeme verbessert werden. So wurde z. B. die PSA unserer Beschäftigten angepasst und bezüglich der bestehenden Gefahren erweitert.
 


 

8. Welche wichtigsten Maßnahmen haben sich durch die Begutachtung Ihres Unternehmens nach AMS BAU ergeben?

Vor allem die Gefährdungsbeurteilung, die wir mittels der Software der BG BAU durchführen, haben wir weiter verfeinert – also viel detaillierter vorgenommen. Dadurch konnten mögliche Gefährdungen rund um die Baustellen noch besser identifiziert werden. Dann haben wir das schon erwähnte Thema PSA und den Hautschutz vorangetrieben, was von unseren Beschäftigten gut angenommen wird und eine hohe Akzeptanz findet.
 


 

9. Wie haben Sie den arbeitsmedizinischen Dienst und Fachkräfte für Arbeitssicherheit in AMS BAU eingebunden und welche Erfahrungen haben Sie daraus für sich abgeleitet?

Unsere Beschäftigten sind durch den arbeitsmedizinischen Dienst (AMD) erfasst und werden sehr gut versorgt. Hilfreich ist auch die Aufklärung des AMD zu den Gesundheitsgefahren, die in den jeweiligen Tätigkeitsbereichen auftreten. Auch durch die Sitzungen des Arbeitsschutzausschusses (ASA) werden wir gut beraten und in allen Bereichen unterstützt.
 


 

10. Welche Herausforderungen waren – im Nachhinein betrachtet – bei der Einführung und Umsetzung von AMS BAU in Ihrem Unternehmen am größten?

Die Einführung – und letztendliche Integration in bestehende Prozesse – erforderte viel Arbeit, wurde aber von allen Bereichen im Unternehmen unterstützt. Die Erstellung der Baustellenordner hat den Beschäftigten eine bessere Sicht auf mögliche Unfallgefahren auf der Baustelle gegeben. Das vorhandene Managementsystem wurde durch AMS BAU komplettiert und greift nun wirklich in alle Bereiche – von der Beschaffung bis zur Ausführung. Ohne die klaren Vorgaben des AMS BAU wäre das vielleicht nicht so umgesetzt worden.
 



11. Welche Ratschläge würden Sie anderen Unternehmen geben, die ebenfalls AMS BAU als einen AMS-Standard einführen wollen?

Die Einführung des AMS BAU sollte immer mit der vollen Unterstützung der Führungsebene erfolgen – vor allem müssen die notwendigen Ressourcen für die Erstellung und Einführung des AMS gewährleistet sein. Wichtig ist aus unserer Sicht, dass alle Beteiligten das System auch aktiv realisieren und mit Leben erfüllen. Nur so kann AMS BAU ein Erfolg werden und im Fall der Fälle Leben retten.


Vielen Dank für das Gespräch.
 

Steckbrief Leuka Tiefbau


Branche/Gewerk:
Tief-, Straßen-, Garten- und Betonbau


Leistungen des Unternehmens:
Tiefbau, Spezialtiefbau, Rohrleitungs- und Kanalbau, Stein- und Asphaltstraßenbau, Betonbau, Gartenbau


Anzahl Beschäftigte:
80


Auftraggeber:
Öffentlich/privat/Industrie


durch die BG BAU begutachtet seit:
2020
 

Autor

Ausgabe

BauPortal 2|2021